Programm 2012-2019

Zur Bürgermeisterwahl entscheiden Sie, wer an die Spitze des Rathauses Verantwortung für unsere Heimatstadt Lommatzsch übernimmt. Verantwortung erfordert dabei Vertrauen, Leidenschaft und Kompetenz sowie eine feste Verwurzelung in unserer Region. Ich möchte mich nach Kräften dafür einsetzen, dass Lommatzsch mit seinen Ortsteilen ein attraktiver Lebens- und Arbeitsort ist. Wer hier wohnt, soll sich wohlfühlen können – ganz gleich, ob junge Familie oder Senior, „Alteingesessener“ oder Zugezogener, Handwerker oder Landwirt.

Meine kurzfristigen politischen Ziele

Freibad: Die Zukunft des Freibades ist eine große Herausforderung, die ich gemeinsam mit dem Stadtrat und interessierten Bürgern lösen möchte. Ich setze dabei auf die Fortsetzung der gemeinsamen öffentlichen Beratungen in der AG Freibad. Alle Nutzungsvarianten müssen umfassend mit den Vor- und Nachteilen, den Herstellungs- und Betreibungskosten sowie der Zeitplanung ohne Scheuklappen diskutiert werden. Als Bürgermeisterin sehe ich meine Verantwortung darin, alle Beteiligten in den Dialog einzubeziehen und für eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage zu sorgen. Am Ende muss eine Lösung stehen, die einen klaren Mehrwert für die Freizeitgestaltung in Lommatzsch schafft, jedoch unsere Stadt auch nicht finanziell erdrückt. Mein persönlicher Wunsch wäre es, diese – aufgrund ihrer langfristigen Wirkung und Bindung der Kommune – mit einem Bürgerentscheid abstimmen zu lassen.

Schützenhaus: Das Schützenhaus mit seiner langen Tradition möchte ich zum städtischen Bürger- und Vereinshaus weiterentwickeln. Dafür brauchen wir eine neue Betriebskonzeption, die gemeinsam mit den Vereinen beraten wird. Wir dürfen dabei nicht in die Situation kommen, für den städtischen Zuschuss kommunale Steuerhebesätze zu erhöhen oder Investitionen zu streichen. Klar ist: Das Schützenhaus muss der zentrale Veranstaltungsort in Lommatzsch bleiben – ob für Abi-Ball, Bürgerversammlung, Betriebsfeier, Fasching und Maikonzert der Vereine, private Feiern, bis hin zur Schuleinführung und Tierausstellungen. Für eine bessere Wirtschaftlichkeit müssen wir die vorhandenen Potenziale besser nutzen und in der Stadt abstimmen sowie eine dauerhafte Organisationsstruktur schaffen.

Meine langfristigen politischen Ziele

Finanzen:Wichtigstes Anliegen ist für mich nach wie vor die Stabilisierung der Finanzen. Mit einer Fortsetzung des konsequenten Schuldenabbaus erreichen wir Ende 2015 die magische Schuldengrenze von 850 Euro pro Einwohner. Dies ist keine abstrakte Zahl, sondern sie entscheidet über unseren langfristigen Handlungsspielraum. Nur wenn wir zukünftig die Zins- und Tilgungsleistungen dauerhaft senken, haben wir in Lommatzsch ausreichend Geld für neue Investitionen in die Infrastruktur sowie Spielräume für wichtige soziale und kulturelle Maßnahmen. Die festen Ausgaben wie Personal- und Betriebskosten haben wir bereits gesenkt. Weitere Einsparpotenziale lassen sich durch ein nachhaltiges Energie- und Gebäudemanagement erschließen. Mit effektiver Ortsbeleuchtung durch LED-Leuchtmittel und intelligenten Schaltungen können Betriebskosten ebenso verringert werden wie durch die Konzentration von städtischen Aufgaben in eigenen städtischen Objekten (z.B. Bauhof, FFW Lommatzsch). Um die jährlichen Einsparungen zu erzielen, müssen wir jedoch investieren. Die dafür nötigen Finanzmittel erhalten wir z.B. aus der Umsetzung eines städtebaulichen Vertrages mit der Firma WSB ab dem Jahr 2013.

Wirtschaft:Die beste Wirtschaftsförderung für unser Gewerbe, das örtliche Handwerk und die Landwirtschaft sind kommunale Investitionen in die Infrastruktur. Großen Bedarf für Straßenbaumaßnahmen haben wir noch immer in vielen Ortsteilen, genannt seien beispielhaft Jessen, Rauba, Roitzsch, Sieglitz, Trogen, Löbschütz und Zöthain. Auch an der Ochsenstraße müssen wir noch investieren. Dieser landwirtschaftliche Weg kann zukünftig - neben der Meißner Acht - für den Radtourismus eine wichtige Rolle spielen. Würden die Radfahrer vom Elberadweg bequem die Lommatzscher Pflege erreichen, würde dies besonders die Cafés in der Innenstadt und unser Museum beleben. Schließlich ist die Lommatzscher Pflege mit ihren weiten Ausblicken auf den Höhen, reizvollen Tälern und ursprünglichen Dörfern ideal zum „Entschleunigen“ und Erholen. Die Schönheit der „Kornkammer Sachsens“, gepaart mit der Konzentration landwirtschaftlicher Unternehmen, muss zudem genutzt werden, um das Profil von Lommatzsch als „Kompetenzzentrum Landwirtschaft“ weiter zu schärfen.

Wohnen:Eine hohe Lebensqualität des Wohnortes Lommatzsch mit seinen Ortsteilen ist mir eine Herzensangelegenheit. Dabei spielt das Angebot an günstigem Wohneigentum bzw. Bauflächen eine große Rolle. Schon heute ist der Verlust von Einwohnern in vielen Dörfern geringer als in der Stadt. Die relativ junge Einwohnerstruktur, z.B. in Birmenitz, Klappendorf, Lautzschen und Paltzschen zeigt, dass Familien gern auf dem Land wohnen. Hier wachsen Kinder sicher und naturverbunden auf. Ich möchte, dass die Innenstadt von Lommatzsch für Familien mit Kindern wie für Senioren attraktiv bleibt. Zwar zeichnet sich die Stadt durch kurze Wege zum Einkauf, Arzt oder zu Dienstleistungseinrichtungen aus. Den positiven Eindruck stören jedoch die leer stehenden Häuser im Zentrumsbereich sowie die Ansicht des Marktplatzes. Die Marktplatzsanierung ist daher eine wesentliche Aufgabe für die kommende Amtsperiode. Sollten dafür keine Stadtsanierungsfördermittel verfügbar sein, werde ich versuchen, andere Förderinstrumente, wie zum Beispiel aus dem Straßenbau, zu nutzen. Weiterhin müssen für umfassende private Investitionen Anreize geschaffen werden. Die Stadt kann diese Herausforderungen bewältigen, jedoch muss sie sich dafür notwendige finanzielle Spielräume erarbeiten.

Senioren:Einen großen Teil der ehrenamtlichen Arbeit zum Wohle unserer Stadt leisten unsere Senioren. Leider kommt aber für jeden Menschen der Tag, an dem die Verrichtung der alltäglichen Dinge nicht mehr so leicht fällt. Zukünftig muss auch hier die Stadt stärker als bisher Hilfe anbieten können. Vor allem die Vernetzung von bereits vorhandenen ehrenamtlichen Angeboten in unseren Bürgerhäusern (Seniorennachmittage, Selbsthilfegruppen) mit den Angeboten der Diakonie, der Caritas sowie privaten Pflegediensten ist wichtig. Auch im Stadtbild müssen wir den Alltag für unsere Bürger erleichtern. Ausreichend Bänke zum Ausruhen in der Promenade waren der erste Schritt. Ausreichend Bänke auf dem Marktplatz, breite – auch für Rollatoren (und Kinderwagen) geeignete Fußwege der nächste.

Kinder:Attraktive Kindertagesstätten und Schulen sowie abwechslungsreiche Sport- und Spielmöglichkeiten prägen die Anziehungskraft von Lommatzsch für junge Familien. Wir werden 2012/13 den Krippenneubau in der Kita Raubaer Straße realisieren. Später muss hier noch ein großer Mehrzweckraum gebaut und die Raumstruktur im Kindergartenanbau verbessert werden. Ziel ist zudem, ab dem Jahr 2013 die Sanierung der Turnhalle (Grundschule) in Angriff zu nehmen. Die dafür notwendigen Gelder sind im Haushalt der Stadt Lommatzsch im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung bereits eingeplant. Wir warten nur noch auf den Fördermittelbescheid. Ein lang gehegter Wunsch von mir – für den in der bisherigen Amtszeit leider das Geld fehlte – ist ein neuer Spielplatz für Lommatzsch. In den Ortsteilen Prositz, Churschütz, Dörschnitz und zukünftig Neckanitz konnten neue Spielgeräte angeschafft werden. In Lommatzsch sind die Spielgeräte an der „Zehnerschaukel“ teilweise knapp 40 Jahre alt. Auch der Weg zum Spielplatz ist für unsere Kinder durch die Straßenquerungen gefährlich. Schön wäre ein Tummelplatz direkt hinter dem Markt 6. Hier könnten die Kinder ungefährdet spielen, toben und Eis schlecken. Manchmal dauert die Erfüllung eines Wunsches etwas länger, aber ich lasse nicht locker.

Gemeinsinn:Lommatzsch ist eine starke Vereinsstadt, die vom ehrenamtlichen Engagement seiner Einwohner lebt. Eine solide Finanzpolitik ist eine ganz wesentliche Voraussetzung für eine weiterhin hohe kommunale Förderung der ehrenamtlichen Arbeit. Derzeit übernimmt die Stadt für rund 30 Vereine immerhin 70 Prozent der Betriebskosten für die Nutzung kommunaler Räume oder Sportstätten. Die Jugendabteilungen trainieren völlig kostenfrei. Der Verschleiß gerade an den Sportstätten ist naturgemäß groß. Viele Vereine beklagen den Rückgang von Mitgliedsbeiträgen und Spendeneinnahmen. Aus diesem Grund muss die Stadt in den nächsten Jahren den Vereinen beispielsweise bei der Verbesserung der Bedingungen auf den Sportplätzen am Keppritzbach (Flutlichtanlage) sowie bei der Kegelbahn Lommatzsch (Gebäudezustand) helfen. Der Gegenwert für die Stadt ist die hervorragende Jugendarbeit der Vereine. Diese stiftet Heimatverbundenheit, stärkt das Wir-Gefühl und hält die Jugend auf dem Lande. Darüber hinaus ist es mein Ziel, die Zusammenarbeit unseres Partnerschaftskomitees mit unseren Partnerstädten Kiskunmajsa und Weissach im Tal auszubauen.

Ich möchte mit ganzer Kraft und vielfältigen Ideen für die weitere Entwicklung unserer Stadt mit ihren Ortsteilen wirken. Damit wir in sieben Jahren sagen können, unser Name steht für:

   LLandwirtschaftliches Kompetenzzentrum
   OOrdentliche Infrastruktur
   MModerne Verwaltung
   MMehr Gemeinsinn
   AAttraktive Wohngegend
   TTourismus auf dem Lande
   ZZielgerichtete Wirtschaftsförderung
   SStarkes Vereinsleben
   CChancenreicher Bildungsstandort
   HHübsche Innenstadt

Ihre Anita Maaß